Dustin’s Bar Mitzvah (Köln)
“Hey, DJ! Could you perhaps play something… less rubbish? Something by The Ramones maybe?” Mit einen Grinsen stimmt Dave Lazer weiter seine Gitarre. Ramones? Klar, die gehören wohl zu den eindeutigsten Einflüssen der Musik von Dustin’s Bar Mitzvah, neben den Buzzcocks, The Clash und vielleicht auch ein bisschen Libertines. Gerade im Februar ist ihr Debutalbum “Get Your Mood On” erschienen und schon sind die vier Jungs in Deutschland auf ihrer ersten eigenen Headline-Tour unterwegs. Betrunken, laut, charmant, chaotisch und nicht zu vergessen durchaus sexy und erfrischend.
1. BNP
2. To The Ramones
3. Kick Him Out
4. Get Your Mood On
5. The Grass
6. Carry On
7. Young Pretender
8. Purgatory Girls
9. Jimmy White
10. Lucy
11. Goldhawk Road
12. Catholic Boys
13. Total Eclipse Of The Heart
Sushimob, die Frankfurter Vorband mit dem etwas eigenwilligen Namen, hatte gleich einen ganzen Fanclub mitgebracht, der (zumindest während ihres Auftritts) die ersten Reihen füllte, exzessiv applaudierte und so lautstark nach einer Zugabe forderte, dass die Band doch tatsächlich für einen zusätzlichen Song zurück auf die Bühne kamen. Man musste befürchten, dass sie dem eigentlichen Hauptact glatt die Show stehlen würden. Aber alles kam anders.
Der Hauptact riss das Ruder um und schon der Hit “To The Ramones” brachte das bisher eher kühle MTC in Wallungen. So primitiv wie genial die Hauptaussage: “I just wanna go home so I can listen to the Ramones!” Wer weder die ‘77er miterlebte, noch jemals eine Ramones-Platte in den Händen hielt, kann sich hier zumindest ein grobes Bild machen. Zum Ramones-Hören nach Hause gehen wollte allerdings niemand, lieber “Get your F*CKING mood on” singen und sich über genuschelte Ansagen amüsieren.
Heimliches Highlight des Konzertes war sicher die kleine Elektro-Improvisation mit verzerrter Gitarre und einer Hommage an Lego. Wundervoll trashy und letztendlich so nervtötend, dass die Band ihren Sänger kurzerhand mit einem Fußtritt vom Mikrofon verbannte. Dieser entschied sich frohen Mutes, die Bühne auf unbestimmte Zeit zu verlassen und so übernahm spontan ihr Roadie das Mikrofon für den Klassiker “Total Eclipse Of The Heart”. Und welcher Roadie hat nicht schon einmal davon geträumt, plötzlich selbst ein Rockstar zu sein? Der Unbekannte meisterte seine Aufgabe mit Bravur und selbst Dave zeigte sich beeindruckt.
Ohne Zugabe ging’s ins Wochenende. Trotzdem ein schönes Konzert einer jungen Band, die es schafft, trotz vieler alter Einflüsse keinesfalls altbacken zu klingen. Vier Briten zelebrieren den Punk auf der Bühne, ohne Konzept und ohne Rücksicht auf Verluste. Denn wen interessieren schon die Konzertkritiken von morgen, wenn das Publikum heute Spaß hat?






Montag, 30. April 2007 um 15:41
sexy und erfrischend? SEXY und erfrischend? erfrischend, ja. Aber sexy?
Die Elektro-Impro klingt allerdings echt nach fun (ich will auch mal!).
Trotzdem, gut geschrieben :)
Die sind schon sehr lustig. Schade, dass sie sich aufgelöst haben…