Errors im Interview
Errors kommen aus Glasgow und sind es eigentlich leid, ständig mit Mogwai verglichen zu werden. Auch wenn sie ihre Labelväter nach wie vor bewundern und zu ihren größten Einflüssen zählen. Mit ihrem Mix aus Gitarrensounds und elektronischen Klängen machten sie diesen Sommer das Berlin Festival unsicher und wir trafen die Simon und Stephen, um über ihre Heimatstadt Glasgow, den Fußball und Computerprobleme zu sprechen.
Wie geht’s euch heute?
Stephen: Wie’s uns geht? Sehr müde. Wir mussten heute um 5 Uhr morgens aus Glasgow losfahren.
Simon: Also ich hab’ nen ziemlichen Kater…
Stephen: Ja, er hat gestern in Berlin gefeiert, während wir alle noch in Glasgow waren.
Wie gefällt euch Berlin?
Simon: Sehr gut. Vor vier Jahren haben wir hier schonmal im Palast der Republik auf einem Festival gespielt. Das war als wir angefangen haben, wir waren noch eine ganz frische Band damals.
Stephen: Es war das erste Mal, dass wir überhaupt als Band zusammen unterwegs waren und dann gleich in einem solchen Gebäude spielen zu dürfen war großartig. Es hatte ein wenig Lagerhallen-Charme, aber es war niemand dort, von daher…
Simon: Hier in Berlin ist schon viel los – Musik, Kunst, es gibt viele Clubs und eine große Underground-Szene. In Glasgow nennen wir das die “DIY scene”. Aber Glasgow und Berlin unterscheiden sich schon sehr, allein schon die Mentalität in Glasgow ist ganz anders.
Wie sieht denn die Glasgower Mentalität aus?
Stephen: In Glasgow gibt es viel Gewalt, die Leute gehen in den Pub und betrinken sich und dann gibt es noch die Rivalitäten zwischen den Fußballteams. Da geht es oft ziemlich brutal zu.
Simon: Dabei interessieren wir uns gar nicht für Fußball. Es ist zwar komisch, aber ich bin Schotte und kein Fußballfan.
Wie würdet ihr eure Band beschreiben?
Stephen: Unsere Einflüsse sind sehr unterschiedlich, jeder von uns bringt etwas ganz Individuelles in die Band mit. Wir haben uns nie vorgenommen, eine Electronic-Band oder eine Post-Rock-Band zu sein, es ist einfach so passiert. Die Einflüsse kommen hauptsächlich aus der Elektro- und Partymusik. Wir haben schon öfters Leuten unsere Musik vorgespielt und sie gefragt, was sie denken, was unsere Einflüsse sind. Und alle fanden das sehr schwierig. Natürlich gibt es ein paar Bands, die wir alle gern mögen, zum Beispiel Mogwai…
Ihr werdet ja auch sehr oft mit Mogwai verglichen.
Stephen: (lacht) Aber ich glaube, das kommt hauptsächlich daher, dass ihnen das Label gehört, auf dem wir sind. Und da wir auf ihrem Label sind, werden wir auch oft mit ihnen in Verbindung gebracht. In jedem Review über uns kommt Mogwai vor – aber ich meine, ich kann mich ja auch nicht darüber beschweren! Die Jungs von Mogwai waren bei einer unserer sehr frühen Shows und haben uns gesehen und wir haben dann unser erstes Album aufgenommen.
“Wir arbeiten viel mit Technik, da können Errors schonmal vorkommen.”
Ihr nennt euch Errors – woher kommt der Name?
Simon: Wir hatten vorher einen anderen Bandnamen, aber den Namen Errors fanden wir gut, weil er so einfach und prägnant ist. Er steht auch ein bisschen dafür, dass wir viel mit Technik arbeiten, bei der Fehler, also Errors, nunmal vorkommen können. Und es ist eine tolle Ausrede, wenn wir mal einen schlechten Gig spielen. (lacht)
Was war denn der schlimmste Error, der euch auf der Bühne passiert ist?
Stephen: Das war bei unserem zweiten Gig, einem ziemlich großen Konzert. In der Mitte des Sets schaltete sich plötzlich die Anti-Virus-Software unseres Laptops an. (lacht) Wir haben dann einfach weitergemacht und so getan, als sei nichts passiert.
Ihr veranstaltet ja außerdem eine Clubnight in Glasgow – wie seid ihr darauf gekommen?
Simon: Das war einfach etwas, was wir unbedingt einmal machen wollten. Wir haben immer viele Ideen.
Stephen: Wir sind große Musikfans und das wollen wir mit Leuten teilen. Wir spielen einfach ein paar Songs, viele unserer Freunde sind dort und es macht einfach Spaß.
“Das Leben ist zu kurz, um sich mit Leuten zu streiten, die man nicht einmal kennt.”
Zu guter letzt, wogegen würdet ihr gerne einmal eine große Demonstration starten?
Stephen: Gegen negative Stimmung! Nicht nur in Glasgow, sondern generell unter Menschen. Menschen sollten nett zueinander sein. Ich bin kein Hippie oder so, aber ich hasse Gewalt und deshalb hasse ich Fußball. In Glasgow gibt es einmal die religiösen Auseinandersetzungen, wo es um Religion und Konfession geht, aber auch die ganzen Kerle, die sich wegen Fußball die Köpfe einschlagen. Und das ist einfach Schwachsinn.
Simon: Das Leben ist zu kurz, um sich mit Leuten zu streiten, die man nich einmal kennt.
Danke für das Interview!
Text: Ines Montani

















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