The Cinematics im Interview

2008 war ein gutes Jahr für The Cinematics – spätestens jetzt hatten wir sie alle liebgewonnen und als krönenden Abschluss wählte das deutsche Publikum sie auf Platz zwei der Jägermeister Rock:Liga. Dann wurde es ein wenig still um die vier Schotten. Doch nach einem dunklen Winter im Studio sind sie wieder zurück: in alter Frische und mit neuem Gitarristen. Die Single “Love And Terror” gibt es bereits bei MySpace zum Anhören und Sänger Scott Rinning verriet uns im Online-Interview mehr über das kommende Album.

Wie geht’s euch so?
Uns geht’s sehr gut, aber wir sind momentan sehr beschäftigt mit all den Sachen, die man vor dem Erscheinen von einem neuen Album erledigen muss. Presse, Videodrehs, Fotoshoots,… Eine Rock’n’Roll-Band kennt keinen Schlaf!

Ihr habt diesen Winter euer neues Album aufgenommen. Wie sieht euer Leben aus, wenn ihr gerade im Studio seid?
Wir haben uns dafür entschieden, diesmal das Album selbst aufzunehmen und zu produzieren. Deshalb war es verrückt, schaurig und aufregend zugleich. Unser Winter bestand hauptsächlich aus Krachmachen. Dann haben wir uns den Krach nochmal angehört, denn es sollte der beste Krach sein, der jemals gemacht wurde. Es war eine tolle Zeit – so viel Spaß hatte ich nicht mehr, seit ich zum allerersten Mal eine Gitarre in die Hand genommen habe.

“Es sollte der beste Krach sein, der jemals gemacht wurde.”

Wie war denn die Arbeit im Studio?
Unser neuer Gitarrist, Larry Reid, hat das ganze Album produziert. Er ist eine Art Klangvisionär, das heißt, uns hat niemand von außen reingeredet, während wir aufgenommen haben. Wir hatten komplette künstlerische Freiheit und haben einfach gemacht, was wir wollten. Lange Abende, Zigaretten und Alkohol, ins Mikrofon schreien, Boxen in die Luft jagen, Sachen kaputtmachen und neue Dinge erfinden. Es hat echt Spaß gemacht. Da war niemand, der gesagt hat, die Sachen seien nicht kommerziell genug, keiner hat uns in Schranken gewiesen. Als unsere alte Plattenfirma TVT aufgekauft wurde, haben wir endlich die Chance gesehen, die Band wieder selbst in die Hand zu nehmen. Wir verstehen uns sehr gut mit den Leuten von Orchard, unserem neuen Label, und sie lassen uns die Dinge so machen, wie wir es wollen und helfen uns, wenn wir Hilfe brauchen. Ohne den Druck einer großen, trampeligen Plattenfirma konnten wir uns endlich selbst verwirklichen.

Gibt es etwas, auf das ihr besonders stolz seid?
Ich bin stolz auf das Gesamtkunstwerk. Ich finde, die Songs sind so viel ausgereifter, mit einem ganz eigenen Sound. Außerdem stammt diesmal alles von uns. Wir haben uns das Konzept für das Artwork und das Video selbst ausgedacht und wir betreiben auch unsere Websites selbst. Es ist ein echtes Cinematics-Album, voller Blut, Schweiß und Tränen.

Und was ist mit dem berühmt-berüchtigten Fluch des zweiten Albums?
Den gab es nicht. Sobald das erste Album fertig war, war ich schon bereit, ein neues aufzunehmen. Ich glaube, wir haben alle noch eine ganze Menge an Songs auf Lager. Larry hat außerdem ordentlich frischen Wind in die Band gebracht. Wir haben über die Jahre so viel gelernt, dass es sich anfühlt wie ein zweites Debütalbum.

Mal Klartext – Was könnt ihr über das neue Album verraten?
Naja, es sind 10 Songs drauf, haha. Mehr kann ich leider nicht verraten, aber guckt einfach regelmäßig auf unsere MySpace-Seite. Nur eins kann ich sagen: es unterscheidet sich sehr von seinem Vorgänger und ist ein großer Schritt nach vorne. Ich finde, es zeigt, dass wir niemandem nacheifern. Die Presse hat uns oft mit vielen anderen Zeitgenossen – ohne irgendwelche Namen zu nennen – in einen Topf geworfen, aber sie haben dabei vergessen, woher wir kommen und was wir machen wollen. Wie gesagt, für mich ist das Album ein zweites Debütalbum – wir haben nicht versucht, ein Stadion-Rock-Album wie manch andere Bands zu schreiben, sondern wir wollen immer noch etwas Neues machen und wir haben etwas zu sagen.

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Was sind eure Zukunftpläne? Gibt es irgendetwas, auf das ihr euch freut?
Wir freuen uns darauf, endlich wieder auf Tour zu gehen und unser neues Album zu präsentieren! Wir haben uns schließlich nicht auf unseren Lorbeeren ausgeruht, sondern schreiben immer noch Songs und denken uns neue Sachen aus. Eigentlich fängt es gerade erst an – für die Zukunft haben wir Großes geplant.

Und die letzte Frage: Gegen was würdet ihr gerne einmal eine große Demonstration starten?
Krieg… Golf… Fertig-Kartoffelpüree… Waffen… roter Sekt… Todesstrafe… Rassismus… Irn-Bru Light… Mobbing… Heavy-Metal-Musik… Tierquälerei… negative Einstellungen (und deshalb auch die meisten Lehrer)… die strengen Sperrstunden von Bars und Clubs in Glasgow… die Zerstörung des Regenwalds und/oder der Korallen… Wir würden eigentlich bei fast jeder Demo mitmachen, solange es nicht zu früh morgens ist.

Danke für das Interview!

Text: Ines Montani
Fotos: The Cinematics



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